Die Blamage mit dem Zuckerhut



Tja mit Stauden, ein- und zweijährigen Blumen und Formgehölzen hatten wir mittlerweile schon unsere Erfahrungen gesammelt. Wir beschlossen daher (auch wegen gesunder Ernährung) unseren Garten um Essbares zu bereichern. Mittlerweile haben wir Wintergemüse, etliche Kräuter, Salate, Wildkräuter, Beeren, Topinambur etc etc..

Trotzdem mussten wir auch hier erst mal alles ausprobieren und testen, was in unserem Garten klappt und was nicht.

Eines sonnigen Tages waren wir in Würzburg auf dem Markt. Dort boten die Marktleute verschiedene Salatpflänzchen an. Eisberg, Endivien, Zuckerhut…
Zuckerhut hm, hört sich gut an, also gleich einige mitgenommen und zuhause
eingepflanzt, gegossen und eines Tages auch geerntet.

Für mich ein schwerer Schlag. Zuckerhut gewaschen, kleingeschnitten, Salatsoße dran und dann... igitt!! 😡 Dieser elende Zuckerhut schmeckt ja gallenbitter. Dann gegoogelt, noch einen Zuckerhut geerntet in lauwarmes Wasser gelegt und... ausgespuckt. Immer noch bitter. Mittlerweile komplett die Lust an dem Zeug verloren.

Und dann kam der Tag meiner Rache. Wieder in Würzburg auf dem Markt wollte ich den zugegebener Maßen sehr netten Mann wegen seines gallenbitteren Zuckerhutes (Betrug!) 😉 zur Rechenschaft ziehen.

Also ran an den Stand. Den guten Mann mit vorwurfsvoller Miene in Zangenblick nehmen, Backen leicht aufblasen und die Augen weit aufreißen (etwa so wie Özdemir), um mir seiner Aufmerksamkeit sicher zu sein.

Ich sagte zu ihm, das mir der Zuckerhut überhaupt nicht schmeckt. Genau gesagt ist er echt bitter. Da erklärte er mir, das der Zuckerhut so heißt, weil man viel Zucker dran tun muss, eben weil er bitter ist. Autsch, schön blamiert. Er hat sich köstlich amüsiert während ich mich trollte...

Beim Zuckerhut handelt es sich um eine Form der Zichorie. Seine Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften an und sind sehr gesund. Die Fettverdauung und der Appetit werden angeregt. Daneben enthält er viele Vitamine, Chlorophyll sowie Mineral- und Ballaststoffe.

Er lässt sich sehr gut lagern und hält Frost bis zu -7 Grad stand.

Mit dem Zucker hat sich der Herr am Marktstand aber geirrt... 

Der Name kommt nämlich von der Wuchsform, die einem Zuckerhut ähnelt.

Aber Irren ist menschlich 😊

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